100 Jahre Schleizer Dreieck und wir waren dabei. Anlässlich des Jubiläums der legendären Rennstrecke reisten wir nach Thüringen und haben das Wetter, Land und Leute sowie herrliche Rennen genießen dürfen. Für mich war es dort ein Gaststart im HR-Cup in der 750er Klasse. Zudem musste ich dringend herausfinden, welche Reifenmarke mit mir dieses Jahr um Pokale eifert.
ETWAS GENAUER: Ich bin jetzt die letzten 2 Jahre PIRELLI gefahren. 2021, weil es für den Pro Superstock Cup vorgeschrieben war und 2022, weil ich noch Reifen überhatte und ich somit wenige Pellen ergänzen musste, um übers Jahr zu kommen. Vor Pirelli war ich immer mit BRIDGESTONE unterwegs. Damit kann man im Prinzip nichts großartig falsch machen. Die Mischung soft vorne und soft hinten geht immer. Umso gespannter war ich auf meine neuen MICHELIN Power Performance, die ich im Gepäck hatte.
Zuerst nahm ich meine gewohnten Pirelli in SC1/SC0 unter die Hufe und fuhr damit ein paar Trainings am Freitag. Die Reifen waren nicht neu, aber ausreichend für den ersten Eindruck. Freitagabend dann ein letzter Durchgang mit neuwertigen Pirelli in SC1/SC1 abgespult. Soweit alles vertraut. Rundenzeiten top. Kein Grund zur Sorge. Die SRAD macht neutral genau, was ich möchte. Dann der Samstag. Für das erste Qualifying werksfrische Bridgestone in den neuen „Big Size Größen“ aufgeschnallt – Mischung: soft/soft („Vielleicht sollte ich an der Stelle erwähnen, dass ich hinten eine 6-Zoll Felge fahre und somit immer den 200er der jeweiligen Reifenmarke montiere – Ihr wisst Bescheid! – Weiter im Text). Klar ziehen nagelneue Pneus immer spurtreuer Ihre Bahnen. Die ersten Kurven mit frischen Reifen sind deutlich schärfer und genauer. Somit lag der Rundenzeitenvorteil erst mal bei den Bridgestone. Jetzt kommt – Ihr ahnt es – das ABER. Ich habe keine 3 Kurven gewartet, um mit den Gummis auf Attacke zu gehen und umgehend kam das Bridgestone-Dejavu. Ein Problem, das ich mit den Reifen schon immer hatte und auch dieses Mal nach längerer Abstinenz bemerken musste: Ich ging mit dem Vorderreifen weit. Die Linie zu halten, selbst mit nagelneuen Schluffen, fiel mir deutlich schwerer als noch mit den Pirelli. Hmmm… Das war jetzt mal gar nicht so gut. Egal – Wir hatten ja noch die MICHELINS für Qualifying 2 in der Mischung soft/soft.
Ausfahrt Boxengasse und ran ans Limit. Gefühl aus dem ersten Links beim Beschleunigen: top. Über den Buchhübel: Straßenlage top. Das Einlenken: absolut messerscharf. Auf der Bremse: stabil. Highspeed durch die Seng: Nicht der geringste Zweifel, dass mich gleich noch ein Schreck ereilt. Ich fühlte mich von jetzt auf gleich pudelwohl.
Eine wesentliche Steigerung, was die Rundenzeiten anbelangt blieb wegen des vielen Verkehrs zwar aus, dennoch war ich nach den ersten vielleicht 4 Runden sowas von überrascht und gleichzeitig überzeugt. Der Reifen passt zu mir! Ich bin am restlichen Wochenende nur noch diesen einen Satz von MICHELIN gefahren und konnte meine beiden Rennen gewinnen und als beste Rundenzeit stand im zweiten Durchgang eine 1:32,2 zu buche. Wahnsinn. Ich muss gestehen, ich hatte meine Bedenken, ob man sich so schnell an die verschiedenen Hersteller gewöhnen kann. Die Michelins haben mir das wirklich leicht gemacht.
Für mich war die Entscheidung anschließend einfach: ICH FAHRE DIESES JAHR MICHELIN! Ich habe mich mit den Reifen auf Anhieb so abgeholt gefühlt, hatte sofort Vertrauen und konnte voll am Kabel ziehen. Ich freue mich auf die nächsten Erfahrungen mit den verschiedenen Mischungen auf den verschiedenen Rennstrecken dieses Jahr. Ich glaube da gibt es noch einiges zu entdecken in der Produktpalette für die Rennstrecke des französischen Reifenherstellers!
Wer hätte vermuten können, dass ein Reifenhersteller, der seit 2016 die MotoGP beliefert, sowas tolles produziert 😉
Hier noch die Links zu den OnBoard von den Rennen und speziell der schnellsten Runde:
1st Race: https://www.youtube.com/watch?v=xPAwn24MU6Y
2nd Race: https://www.youtube.com/watch?v=ILrv0-ucEys
Fastest Lap: https://www.youtube.com/watch?v=Ag2kLcHlH28
Am Wochenende steht übrigens der erste Meisterschaftslauf auf dem Flugplatz in Walldürn statt. Vielleicht sieht man sich ja dort!












