Knappe eineinhalb Wochen ist der 4. Durchgang zur IBPM, der Internationalen Bike Promotion Meisterschaft, nun her. IBPM 1 musste ich auslassen. Nummer 2 und 3 habe ich mit Siggi, meiner SRAD 750 in Angriff genommen. In Oschersleben dem vierten Kräftervergleich habe ich dann mit etwas Risiko auf die frisch aufgebaute Daytona 675R gesetzt.
Warum? Im Prinzip ganz einfach: Zukünftig möchte ich wieder klassisch in der Supersportklasse starten. Auf der Daytona. Demnach musste ich anfangen die ersten Kilometer damit abzuspulen, um das Fahrzeug auf mich anzupassen und für kommendes Jahr gerüstet zu sein. Ich wollte nicht bis zum Frühjahr warten und dann feststellen, dass grundlegende Dinge nicht zusammenspielen. Den „Rollout“ der Triumph mitten in die aktive Saison zu legen hätte selbstverständlich meisterschaftstechnisch auch massivst in die Hose gehen können. Im Normalfall bringt ein neu aufgebautes Bike immer 1 bis 2 Kinderkrankheiten mit sich. Ich hoffte einfach, dass es keine zu großen Probleme werden würden und bei dem ganzen Glücksspiel noch genügend Meisterschaftspunkte für mich drinn wären. Zusätzlich muss man an der Stelle erwähnen, dass die Daytona (von uns übrigens liebevoll Daisy genannt) leistungstechnisch etwas unterlegen in der Klasse SSP NG ist.
Nun denn – Wir begannen ab der ersten Trainingssitzung permanent etwas am Motorrad zu verändern. Jedes Session sollte so genutzt werden, um herauszufinden was uns schneller macht. Die ersten Runden, muss ich zugeben, waren sehr ungewohnt. Allein die Sitzposition verwirrte mich komplett. „Muss ich durch“, dachte ich mir und machte weiter wie geplant. Bis zum ersten Rennen hatte sich das Gefühl verbessert, aber richtig schnell waren wir absolut nicht. Die Front war wahnsinnig nervös und brachte jede Menge Unruhe auf der Bremse und jedem Richtungswechsel. Egal – Rein ins erste Rennen. Ich stand in der zweiten Reihe und mit einem passablen Start konnte ich schon in der Hasseröder die Führung übernehmen. So ging ich an Alan Kreimes vorbei, der auf Grund eines Motorschadens an seiner Suzuki, mit der Ducati seines Bruders startete. Eine gute Maschine, keine Frage. An deren Eigenheiten musste er sich im Laufe des Rennens herantasten. Die Möglichkeit für mich zu Beginn einen Vorteil herauszuarbeiten. Zwar war Sascha Schoder mit seine Ducati Panigale schneller und konnte mich hinter sich lassen, jedoch musste er seiner Motortemperatur Tribut zollen und die Box ansteuern. Ohnehin hätte er als Gaststarter mir keine Meisterschaftspunkte genommen. So Ich konnte tatsächlich Rennen 1 für mich entscheiden. Ein sensationeller Start in die neue Ära mit Daisy.
Im Warmup zum zweiten Rennen am Sonntag wollten wir noch andere Federn in der Gabel testen. Leider wurde dies vereitelt, weil die Session gleich nach einer halben Runde abgebrochen wurde. Blieb nur es im Rennen zu versuchen.
Mein Start war wieder in Ordnung. Ich reihte mich hinter Alan Kreimes ein. Der wiederum kannte die Ducati besser und fuhr deutlich schneller mit dem Aggregat als in Durchgang 1. Ich versuchte den Druck aufrechtzuerhalten und schaffte es meine Rundenzeiten stetig zu verbessern. Irgendwann konnte ich Ende der Gegengeraden auf der Bremse vorbeiziehen und lag in Führung. Diese gab ich in der Hasseröder nach einem Verbremser leider wieder ab. Von hier an wusste Alan, wo ich ihn schnappen würde und wehrte weitere Versuche an der Stelle clever ab. Hierduch war er allerdings eingangs in die Shell Esses etwas langsamer und ich so stach ich von rechts auf links in die Lücke und übernahm abermals die Spitzenposition. Ich gab weiter Gas und steigerte die Gangart. In der letzten Runde kam ich so noch zu einer 1:32,9.
2 Siege standen abschließend für Daisy und uns zu buche. Wer hätte das gedacht.
Jetzt ist die Meisterschaft tatsächlich in greifbare Nähe gerückt. Laut meinen Rechungen müsste ich 4 Punkte hinter Alan auf Platz 2 in der Tabelle stehen. Also alle Augen auf Most und IBPM 5 gerichtet.
In der Zwischenzeit gab es einen weiteren Test in Hockenheim. Auch hier wurden Fortschritte erzielt. Wir werden sehen wo das hinführt…
Als nächstes steht für uns ein richtiges Highlight an. Ich habe vor einigen Tagen eine Wildcard für die IRRC (sprich: International Road Racing Championship) gezogen und wurde angenommen. Somit fahren wir Donnerstags ans Schleizer Dreieck und geben unser Debüt auf dem legendären Kurs gegen die Straßenrennprofis.
Seid gespannt!






